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Warum ein neues Modell entwickeln?

Beim Stobel wurden folgende Punkte bei der Konstruktion berücksichtigt:

- geringes Sinken

- einfaches Handling

- geringe Leistungsänderungen bei Gewichtsunterschieden

Da dieses Modell uns den Einstieg in die Wettbewerbsszene erleichtern sollte wollten wir ein Modell welches auch mit wenig Erfahrung und fliegerischem Können gute Resultate ermöglicht. Das wir dies im Modell umsetzen konnten zeigte sich schon zu Beginn der Saison mit guten Resultaten. Besonders das geringe Sinken und extrem unkomplizierte Thermikfliegen machte Ihn zum 1.Wahl Floater bei wenig Wind. Es zeigte sich allerdings auch, dass bei den, oft vorherrschenden, windigen Bedingungen zwischen 4-9m/s Windgeschwindigkeiten Nachteile im Teilnehmerfeld bemerkbar machten. Das Thermikfliegen bei solch starkem Wind bringt die Notwendigkeit mit sich aus dem tiefen Rückraum wieder zum Startplatz zurückzukehren. Diese Eigenschaft gehört allerdings nicht zu den Stärken des Stobel und so wurde das taktische Fliegen stark eingeschränkt. 

Nun sollte unser Modell auch bei stärkerem Wind mithalten, also mussten die benötigen Eigenschaften des Modells überdacht werden. Es wird gefordert:

- hervorragende Starthöhen, jeder Meter mehr verbessert deutlich die taktische Ausgangssituation 

- überragendes Gleiten bei Fluggeschwindigkeiten zwischen 7-12m/s, 

- ausreichen gutes Sinken, um auch bei neutralen Bedingungen keine Nachteile zu haben

- möglichst geringes Fluggewicht, dies verbessert das Handling, Startphase und den Thermikflug

 

Der Flügel

 

Der neue Flügel sollte eine höhere Streckung erhalten, dies erhöht die Streckenflugleistung und verbessert das Thermikfliegen. Da wir nun mit sehr genauen Gewichtsschätzungen arbeiten konnten, lag das angestrebte Fluggewicht bei 240-250g. Dieses geringe Abfluggewicht ermöglicht die Verwendung eines sehr widerstandsarmen, auftriebsschwächeren Profil mit nur 1,9% Wölbung und 7,2% Dicke. Das LE7219 wurde in wochenlanger Arbeit konstruiert und genau auf die geforderten Eigenschaften optimiert. Der Widerstand des Profils liegt in allen geforderten Bereichen deutlich unterhalb aller momentan eingesetzten DLG-Profilen, was auf sehr gute Flugleistung hoffen ließ. Die geringeren Auftriebswerte werden durch ein durchweg geringere Flächenbelastung kompensiert. Die Profildicke erlaubt die Verwendung von DS-281 Servos im Wurzelbereich. Daher kann auch die neuen Generation mit der bewährte RDS-Anlenkung gebaut werden.

 

 

 

 

 

Vergleich der Widerstandswerte Cw bei 170mm Profiltiefe.  Entsprechende Auftriebswerten, Re-Zahlen und Flapstellungen wurden berücksichtigt. Deutlich geringere Werte bei allen Flugphasen des LE7219 gegenüber dem AG45 mit nur 6,5% Dicke. 

Der Flügel ist widerstandsärmer und steifer. Höhere Würfe und bessere Streckenflugleistung sind somit garantiert.

 

Die theoretischen Ergebnisse mussten jetzt nur noch im praktischen Test überzeugen. Um möglichst genaue Ergebnisse zu erzielen entschieden wir uns für einen Langzeittest. Eine Flächenform wurde noch zur Mitte der Saison gefräst und gleich mehrere neue Flächen auf angepasste Stobel Modelle verbaut.

    

Hier ein Stobel V2 Prototyp beim Thermikkreisen. Eine der Stärken des neuen Flügels. Eine leicht veränderte Geometrie mit einer größeren Streckung ist deutlich erkennbar.

 

 

 

(Bildquelle: Karsten Trettin)

 

Die Saison ab Anfang Juli wurde nun von zwei Piloten mit dem neuen Flügel bestritten. Es zeigte sich gleich, dass alle geforderten Kriterien hervorragend funktionieren und so konnte gleich beim ersten Einsatz auf der DM in München Platz 13 (99,53%) und Platz 23 (97,62%) erreicht werden.

Hervorzuheben ist vor allem der 2.Platz beim Eurotour Wettbewerb Delmenhorst. Bei sehr differenzierenden Bedingungen konnte der neue Flügel und sein Pilot Peer Schmidt durchweg überzeugen. Besonders bei schnell versetzenden Thermikfeldern und den dazugehörigen Außenlandungen kam der V2 zuverlässig zum Feld zurück. Geflogen wurde hier mit 245-320g Abfluggewicht.  

 

 

 

Siegerehrung EuroContest-Tour Delmenhorst 2008.

Peer Schmidt (links) beendet den top-besetzten Wettbewerb auf Platz 2 vor Roland Börder und hinter Alex Hoekstra.   

 

(Bildquelle Loet Wakkerman) 

 

Insgesamt wurden 2008 mit dem neuen Flügel dann noch vier Deutschland-Tour und vier Contest-Eurotour Ergebnisse erflogen.

Deutschland-Tour :   Platz 1    Platz 2      Platz 4    Platz 6 

Eurocontest-Tour :    Platz 2    Platz 6     Platz 9     Platz 9

Somit hat der neue Flügel sein Potential unter Beweis gestellt und konnte mit kleineren Änderungen für den neuen Stobel V2 übernommen werden

 

Der Rumpf

Auch der Rumpf sollte eine komplette Neuentwicklung werden. Hier setzten wir wir uns das Ziel gegenüber dem V1

- leichter

- robuster

- aerodynamischer        

zu werden. Leichter kann man einen Rumpf immer durch die Reduzierung des Materialeinsatzes machen, allerdings stand dies im Gegensatz zur Forderung Robustheit. Eine andere Möglichkeit besteht in der gezielten Reduzierung der Oberfläche, dadurch lässt sich Material einsparen ohne Festigkeit zu verlieren. Der konische Verlauf des Leitwerkträgers wurde optimiert und bei gleicher Steifigkeit konnte rund 10% Material eingespart werden. Für den Rumpf verwenden wir einen neuen Querschnitt, der hilft Material zu sparen und den Luftwiderstand zu minimieren.

      

Dieser "eiovale" Rumpfquerschnitt hat rund 30% weniger Querschnittsfläche, bietet ausreichen Platz für alle benötigten Komponenten und verbessert die Aerodynamik bei Wurf und Streckenflug. Eine Kabinenhaube auf der Unterseite macht die Komponeten zugänglicher und erhöht gleichzeitig die Stabilität bei harten Landungen.

Um die Robustheit weiter zu erhöhen wird der Rumpf nun einteilig gefertigt. Um die Aerodynamik weiter zu verbessern wird die Fläche mit Rumpfanformungen versehen sowie die Flächen-Rumpf-Übergänge optimiert. Auf eine Abziehhaube wird aus Gewichtsgründen verzichtet.

 

Leitwerke

Auch bei den Leitwerken gab es noch Verbesserungspotential. Zum einen wurde die Geometrie der Leitwerke optimiert.

Das neue Seitenruder ist größer um und von der Flächenaufteilung nicht mehr symmetrisch ausgelegt. Dies verbessert die Robustheit im harten Wettbewerbseinsatz. Die neue Geometrie verlangt eine extra Form für Linkshänder-Leitwerke. Diese ist vorhanden und  der Kunde kann jederzeit zwischen Links- oder Rechtshänder-Version wählen.  

Das Höhenruder ist nun kompakter ausgeführt und besitzt eine deutlich optimierte Auftriebsverteilung.  

 

Bei der Herstellung werden nun CNC gefräste Kerne aus hochfesten Rohacell verwendet. Hierdurch lässt sich ein Gewicht von 12g/Satz mit hervorragender Festigkeit realisieren. Die Ruder werden mit einem Kevlarscharnier gelagert und die Rumpfanformung mit dem passenden EWD des Seitenleitwerks wurde auch für den V2 übernommen

 

 

Mehr Details zu den einzelnen Bauteilen finden Sie unter Ausführungen